Es war einmal ein Tisch.

Der war wunderschön. Er hatte vier schlanke Beine und ein Furnier so zart wie Ebenholz. Stolz trug er zum Male glänzende Gläser und Schüsseln, strahlende Leuchter und Vasen, gülden und silbernes Besteck feil. Doch schmerzte ihn, dass mit der Fülle seiner Zier sich die Gespräche seiner Gäste leerten, deren Blicke und Worte sich im Porzellan verloren. „Und dann gibt’s ja auch immer wieder Idioten, die was umkippen.“ Ja, auch das lag ihm auf seiner Seele. Da musste er nicht lange überlegen, als ihn die Berliner Designfee nach seinen Wünschen löcherte. Seitdem verschwindet alles Sperrige auf märchenhafte Weise in seinem Rücken, steht sicher sowie Augenkontakten und geistreichen Gesprächen nicht mehr im Wege. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tafeln sie noch heute.